Wieder einmal auf Fototour: Der Hitze in die Berge Südtirols entflohen

Hitze, Hitze, Hitze! In meinen heimatlichen Gefilden in Oberösterreich ist in den vergangenen Wochen ob der enormen Sommerhitze das große Jammern ausgebrochen. Ich sage ja immer: Schön wenn es schönes Wetter gibt, auch wenn es die Hitze zu gut mit uns meint!

Ich war wieder einmal auf einer mehrtägigen Fototour in den Bergen der Dolomiten unterwegs. Neues Bildmaterial kreieren, stets auf 2000 Meter und höher. Auch da frischte ich meine Gesichtsbräune – inklusive kahlem Haupt – enorm auf. Aber die Temperaturen zeigten sich erträglich. Gut, ich will ja keine Wetterreportage schreiben, es soll ja um Fotografie gehen. Meine ersten Ziele: Passo San Pellegrino – nur ca. 18 Kilometer von meinem Standort im Fassatal, dem Hotel des Alps (http://www.hdesalps-it) in Soraga, entfernt.

Kaum auf der Passhöhe das Auto abgestellt, liefen mir die ersten Almkühe vor die Kamera. Dann, als „fauler Landschaftsfotograf“ in wenigen Minuten hinauf auf den Col Margherita. Von der Bergstation nochmals knappe 80 Höhenmeter Aufstieg – und der Gipfelblick war sensationell: Vor mir die imposante Palagruppe mit ihren bizarren Gipfel. Schönes Morgenlicht, leicht von links kommend. Und noch etwas weiter links feinstes Gegenlicht, mystische Gipfel im Lichtspiel. Und alles „fast zum greifen nah“! Mit Brennweiten zwischen 35 und 200 Millimeter war alles brauchbar.

 

Und kurz nach mir kamen schon kleiner Gruppen Wanderer. die ich gerne als Vordergrund für Panoramas ins Bild rückte. Der erste Tage war gerettet. Denn der Nachmittag mit dem Passo Rolle war fast nur noch Zugaben: Bergkirche vor Gebirgspanorama. Was sonst?

Tag zwei zog mich mit der neuen Gondelbahn von Alba auf das Belvedere, das ich so wie den Col Margherita vom Winter bestens als feine Skigebiet kenne. Die Aussichten rundherum waren wieder toll: Langkofelgruppe, Sellagruppe, zum Greifen nahe der Sass Pordoi und gegenüber das Gletschergebiet Marmolata. Und jede Menge Menschen: Touristen zu Fuss – und immer mehr sind auf Mountainbike unterwegs. Wobei die e-Bikes stark im Kommen sind. Die Seilbahngesellschafter und Touristiker reiben sich ob dieses neuen Trends die Hände. Das Tourismusgeschäft brummt auch dank günstigen Lift-und Seilbahnkarten – http://www.dolomitisupersummer.com –  im Sommer! Was die Sellarunde im Winter auf Skiern, ist sie im Sommer nun auf dem Mountainbike. Viele Skilehrer sind nun im Sommer Mountainbike-Guides!

Ich arbeitete mein Fotoprogramm ab: Langkofel aus der Ferne, Mountainbiker vor der mächtigen Bergkulisse, Wanderer, die schrumpfenden Gletscher der Marmolata – mit Blumenwiese im Vordergrund. Oder zum Thema Genuss am Berg: Ein Glaserl Rotwein  mit dem Marmolatamassiv im Hintergrund. Themenfotos eben, die man fast zeitlos zum Verkauf anbietet.

Alle Fotos dieses Beitrags: Rudi Brandstätter (http://www.rubrafoto.co.at)

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Der Latemar

Vor einige Tagen in den Südtiroler Dolomiten, das Wetter pendelte zwischen Sonnenschein, weissen Sommerwolken über den Bergen und Gewitterneigung. Keine gute Gelegenheit für lange Fußwege zu irgendwelchen Fotopoints. Also am späten Nachmittag von Völs am Schlern hinüber nach Tiers und rauf auf den Nigerpass. In voller Breite präsentierte sich vor mir der Latemar – mit hellen Wolken über seinen bizarren Spitzen. Aber mit einer saftigen Almwiese im Vordergrund gar nicht schlecht.

Vor einige Tagen in den Südtiroler Dolomiten, das Wetter pendelte zwischen Sonnenschein, weissen Sommerwolken über den Bergen und Gewitterneigung. Keine gute Gelegenheit für lange Fußwege zu irgendwelchen Fotopoints. Also am späten Nachmittag von Völs am Schlern hinüber nach Tiers und rauf auf den Nigerpass. In voller Breite präsentierte sich vor mir der Latemar – mit hellen Wolken über seinen bizarren Spitzen. Aber mit einer saftigen Almwiese im Vordergrund gar nicht schlecht.

Viel besser sah es nach 10 Autominuten am Karersee aus. Ein Pflichtstopp für jeden Fotointeressierten. Allerdings erst Nachmittags, am besten gegen Abend – wegen des Lichteinfalls. Wenige Schritte vom Parkplatz hinunter zum Seeufer. Ideal für mich als „faulen“ Landschaftsfotograf! Und was bot sich meinen Augen? Tiefblauer See – gespeist aus klaren Quellen des Latemar-Gebirgszugs, in dem sich der noch in heller Sonne stehende Latemar spiegelte – herrlich!

Weitwinkel, braucht kein extremes sein, 21 bis 24 Millimeter Brennweite reichen – und schon ist man mittendrin im wahren Fotoleben. Da können sie entstehen, die Fotos für Kalender, Poster oder anderen Illustrationen.  Freilich wird man an diesem Fotopoint im Eggental nie alleine sein. Aber wenn man so gegen 19 Uhr – im Hochsommer noch später – an den Karersee nahe Welschnofen kommt, sind die Bustouristen schon längst weg. Da trifft man nur noch auf ein paar Enthusiasten. Und dafür ist Platz genug.

Also: Wenn du irgendwann in den Dolomiten unterwegs bist: Karersee mit Latemar sind ein Pflichtstopp! Mehr Infos findest du auf http://www.suedtirolerland.it/de/highlights/natur-und-landschaft/seen-in-suedtirol/karersee/

 

 

Pferdesport unterm Schlern: Der Oswald von Wolkenstein Ritt

Pferde wiehern, Hufe klappern, Reiterinnen und Reiter schwitzen! Ein besonderes Ereignis hat mich diesmal mit der Kamera an den Fuße des mächtigen Schlerns in Südtirol gezogen: Der 36. Oswald von Wolkenstein Ritt!

Ein spektakuläres Ereignis, das 36 4er-Teams – viele bestehend aus Frauen und Männern sowie zwei „Frauschaften“ – und tausende Zuschauer beginnend um 7 Uhr früh den ganzen Tag in den Bann zieht. Start des ersten Teams um 7 Uhr bei der Trostburg oberhalb von Waidbruck mit einem Wanderritt nach Kastelruth zum ersten „Spiel“.

Ringstechen nennt sich dieses Spiel, bei dem auf einem Rundkurs in vollem Ritt eine Holzlatte durch Ringe gestochen werden muss. Reiterliches Können ist ebenso gefragt wie präzise Geschicklichkeit! Dieses Paarung bleibt den ganzen Tag über gefragt.

In Seis heißt es: Die Teams reiten nebeneinander – eine Stange festhaltend eine enge Strecke mit Kurve möglichst schnell und keiner darf dabei die Holzlatte los lassen. Dazu noch Einzelritte durch ein Labyrinth. Höchste Konzentration wird Pferd und Mensch abverlangt. Aber das bunt gemischte Reitervölkchen – von der Bäuerin über den Architekt zum Musiker – liebt ihren Sport und trainiert das ganze über dafür: Für die Teilnahme am Oswald von Wolkenstein Ritt!

Viel Geschick wird am Parcours entlang des Völser Weihers verlangt. Um schließlich im Finale auf Schloss Prösels einen Slalom zu reiten. Wieder ist Schnelligkeit gefragt – und jedes zu feste Berühren einer Torstange wird mit dem Klingeln einer Glocke, vor allem aber mit Strafsekunden geahndet.

Ein tolles Fest für die Freunde des etwas anderen Pferdesports. Die Teilnehmer legen in zirka 9 Stunden knapp 30 Kilometer zurück, weil sie ja die Verbindungsstrecken zwischen den vier Stationen als Wanderritte zurücklegen. Eine echte Herausforderung. Und es gab auch ein Sieger-Team: Das Team aus Ritten mit Paul Taferner, Hansjörg Tauferer, Claudia Putzer und Oliver Nocker strahlte nach vier Stationen als Sieger mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,44 Sekunden auf Kastelruth Dorf!

Ich begleitete den 36. Oswald von Wolkenstein Ritt mit der Kamera. Als ehemaliger Sportfotograf hatte ich viel Spass daran, nach einigen Jahren wieder einmal richtige Action vor die Optik zu kriegen. Kurze Belichtungszeiten, schneller Finger am Auslöser, es hat Spass gemacht. Als Fotograf kann ich diese Veranstaltung nur weiter empfehlen. Die Organisatoren bieten den Zuschauern reibungslose, kostenlose Bustransfers zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten. Allerdings darf man nicht unter Platzangst leiden, denn die Arenen sind stets knallvoll! Verständlich sage ich!!!

Der 37. Oswald von Wolkenstein Ritt am Fuße des Schlerns ist auch schon terminisiert: 31.05.2019 bis 02.06.2019. Mehr Infos auf  http://www.seiseralm.it/de oder http://ovwritt.com

Alle Fotos: Rudi Brandstätter, http://www.rubrafoto.co.at