Pferdesport unterm Schlern: Der Oswald von Wolkenstein Ritt

Pferde wiehern, Hufe klappern, Reiterinnen und Reiter schwitzen! Ein besonderes Ereignis hat mich diesmal mit der Kamera an den Fuße des mächtigen Schlerns in Südtirol gezogen: Der 36. Oswald von Wolkenstein Ritt!

Ein spektakuläres Ereignis, das 36 4er-Teams – viele bestehend aus Frauen und Männern sowie zwei „Frauschaften“ – und tausende Zuschauer beginnend um 7 Uhr früh den ganzen Tag in den Bann zieht. Start des ersten Teams um 7 Uhr bei der Trostburg oberhalb von Waidbruck mit einem Wanderritt nach Kastelruth zum ersten „Spiel“.

Ringstechen nennt sich dieses Spiel, bei dem auf einem Rundkurs in vollem Ritt eine Holzlatte durch Ringe gestochen werden muss. Reiterliches Können ist ebenso gefragt wie präzise Geschicklichkeit! Dieses Paarung bleibt den ganzen Tag über gefragt.

In Seis heißt es: Die Teams reiten nebeneinander – eine Stange festhaltend eine enge Strecke mit Kurve möglichst schnell und keiner darf dabei die Holzlatte los lassen. Dazu noch Einzelritte durch ein Labyrinth. Höchste Konzentration wird Pferd und Mensch abverlangt. Aber das bunt gemischte Reitervölkchen – von der Bäuerin über den Architekt zum Musiker – liebt ihren Sport und trainiert das ganze über dafür: Für die Teilnahme am Oswald von Wolkenstein Ritt!

Viel Geschick wird am Parcours entlang des Völser Weihers verlangt. Um schließlich im Finale auf Schloss Prösels einen Slalom zu reiten. Wieder ist Schnelligkeit gefragt – und jedes zu feste Berühren einer Torstange wird mit dem Klingeln einer Glocke, vor allem aber mit Strafsekunden geahndet.

Ein tolles Fest für die Freunde des etwas anderen Pferdesports. Die Teilnehmer legen in zirka 9 Stunden knapp 30 Kilometer zurück, weil sie ja die Verbindungsstrecken zwischen den vier Stationen als Wanderritte zurücklegen. Eine echte Herausforderung. Und es gab auch ein Sieger-Team: Das Team aus Ritten mit Paul Taferner, Hansjörg Tauferer, Claudia Putzer und Oliver Nocker strahlte nach vier Stationen als Sieger mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,44 Sekunden auf Kastelruth Dorf!

Ich begleitete den 36. Oswald von Wolkenstein Ritt mit der Kamera. Als ehemaliger Sportfotograf hatte ich viel Spass daran, nach einigen Jahren wieder einmal richtige Action vor die Optik zu kriegen. Kurze Belichtungszeiten, schneller Finger am Auslöser, es hat Spass gemacht. Als Fotograf kann ich diese Veranstaltung nur weiter empfehlen. Die Organisatoren bieten den Zuschauern reibungslose, kostenlose Bustransfers zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten. Allerdings darf man nicht unter Platzangst leiden, denn die Arenen sind stets knallvoll! Verständlich sage ich!!!

Der 37. Oswald von Wolkenstein Ritt am Fuße des Schlerns ist auch schon terminisiert: 31.05.2019 bis 02.06.2019. Mehr Infos auf  http://www.seiseralm.it/de oder http://ovwritt.com

Alle Fotos: Rudi Brandstätter, http://www.rubrafoto.co.at

 

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Lautes, buntes Ende der Raunächte im Salzkammergut

Die Raunächte – oder auch Rauhnächte – bilden die Zeit vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner, also die dunkle Zeit des Jahres. Und sie bieten einige Bräuche: Zum Beispiel hört man in diesen Nächten möglicher weise die Tiere miteinander sprechen. Na ja, ich habe das noch nie erlebt. Und es geht um die bösen Dämonen der Finsternis, die den Dämonen des Lichts weichen sollen. Bräuche, die ins Keltentum zurück reichen. Gelebte Volkskultur….

In dieser Zeit – und schon in den Wochen davor gibt es vielerorts Perchtenläufe, oder Krampusgruppen sorgen für Schauer. Mittlerweile hängen diese Veranstaltungen viel mit dem Tourismus zusammen. Den Abschluss der Raunachts-Bräuche bilden im Salzkammergut die zahlreichen Glöcklerläufe am Vorabend des Dreikänigstags. Männer, Frauen und mittlerweile auch Kinder in weißen Gewändern tragen verschieden geformte Kappen, oft bunt bemalt mit Themen der Region und von einer Kerze im Inneren beleuchtet auf ihren Köpfen. Eine solche Gruppe nennt man eine Pass. Bis vor wenigen Jahren war die Teilnahme an solchen Glöcklerläufen noch unverheirateten Männern vorbehalten. Aber die Zeiten ändern sich.

 

Ausgang dieser Spektakel am Abend vor dem Dreikönigs-Tag war Ebensee, wo der traditionelle Glöcklerlauf sogar schon zum Weltkulturerbe zählt. Mittlerweile ziehen die Glöckler auch in Traunkirchen, Gmunden und anderen Orten des oberösterreichischen Salzkammerguts durch die Straßen, um am Abend den Zuschauern, die auch von findigen Reiseunternehmen herbeigebracht werden, auf den Ortsplätzen ein Schaulaufen zu bieten.

Ich besuchte und fotografierte Freitagabend Gmunden am Traunsee, wo 4000 Besucher die 400 Glöckler erwarteten. Ein schöner Anblick auf dem großen Rathausplatz.Und auch mit der Bildausbeute war ich zufrieden. Einfache Spitzkappen, aber auch große Kappen mit wunderschönen Motiven aus der Traunseeregion. Einfach sehenswert, dieses laute, bunte Ende der Raunächte am Traunsee!