Der frühe Vogel…..

Der frühe Vogel – äääähhh Fotograf – fängt die ersten Sonnenstrahlen an den Wänden des Monte Cristallo in den Sextener Dolomiten ein! Früh morgens um 5 Uhr stehe ich alleine nahe der Dürrensteinhütte am Rande der Plätzwiese: Nur aufgeregtes Vogelgezwitscher, meine Kamera EOS 5D Mark III auf dem Stativ mit dem 70-200er Objektiv und ich. Herrlich! Der einstündige Fußweg vom Parkplatz Plätzwiese hierher ist vergessen.

Um 05:18 Uhr beginnt sich der Gipfel des Monte Cristallo mir gegenüber rot zu verfärben. Die aufgehende Sonne selbst hält sich versteckt hinter den Bergen nebenan, aber ihr Licht verzaubert die Bergwelt – und mich. Die Kamera ist eingestellt: Manuelle Belichtung bei 400 ISO, Belichtungsreihe zwischen 0,15 und 0,30 Sekunden, Blende 11.

Nach wenigen Minuten war der Zauber vorbei. Auf dem Rückweg noch den „glühenden“ Fels des Hohen Gaisl im Fanes-Sennes-Prags-Naturpark und dann zurück zum Frühstückstisch im Hotel Erika (www.hotelerika.net) in Außerprags zum gemütlichen Frühstück. Ich glaube ich habe es mir redlich verdient.

Mehr Bilder von meiner Dolomiten-Fototour lagern auf http://j8144.mediadesk.net/de/c?id=49. Oder gehe einfach auf meine Homepage http://www.rubrafoto.co.at.

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Wo Orkan Kyrill und Borkenkäfer ganze Arbeit leisteten

Tief drin im Böhmerwald…… Dem alten Volkslied folgend stieg ich zum Dreisesselberg in Bayern hinauf. Oben angelangt am Höhenweg entlang der deutsch-tschechischen Staatsgrenze ergriff mich eine fast beklemmende Stimmung: Vom einstigen dicht bewaldeten Böhmerwald ragen nur noch dürre, geschundene Baumreste in den Himmel. Der Orkan Kyrill hatte im Jänner 2007 „ganze Arbeit geleistet. Große Waldflächen wurden geknickt oder entwurzelt. Die Borkenkäfer jubelten und besorgten den Rest.

Auf bayrischer und in Folge auf der österreichischen Seite wurde „aufgeräumt“. In Tschechien ließ man alles wie es nach dem Orkan aussah: Der Naturpark Sumava ist Naturschutzgebiet und da läßt man die Natur walten.

Für den Fotograf einfach herrlich! Auf dem Höhenweg Richtung 3-Länder-Eck Deutschland – Tschechien – Österreich wandernd bieten sich geisterhafte Bilder. Geknickte, mittlerweile morsche Baumreste, dürre Äste, aber dort und da schon wieder grüner Baumnachwuchs. Da großflächig tote Bäume, wo es vor 11 Jahren noch dichtes Grün gab. Andererseits bieten sich Weitwinkelaufnahmen von entwurzelten Baumriesen. Ein „Paradies“ für Fotografen.

Ein Tipp für Wanderfreudige: Man kann den Höhenweg sowohl von West nach Ost gehen – Vom Dreisesselberg über Plöckenstein Zum Dreiländereck und weiter ins Skigebiet Hochficht oder schon früher hinab nach Schwarzenberg im oberösterreichischen Mühlviertel. In umgekehrter Richtung ist es nicht weniger schön und spannend. Wie beschreibt es doch der Tourismusmanager: Der Böhmerwald, sanft und wild. Oder: Wege der Entschleunigung. Als Naturfotograf eine Gegend, die einen immer wieder anzieht und fasziniert!

 

 

Es grünt so grün….

Es grünt so grün! Endlich Frühling, Zeit mit der Kamera hinaus in die Natur zu gehen. Vergiss die Bilder mit Regenwolken. Blauer Himmel, grüne Wiesen und frisch austreibende Bäume sind jetzt gefragt. Ich besuchte dieser Tage das oberösterreichische Almtal: Im Almsee spiegelten sich einige Berggipfel des Toten Gebirges – herrlich! Weitwinkel auf die Canon 5D Mark III – nicht extrem weitwinkelig, 24 mm Brennweite genügte – und schon ging es los.

Knapp an den Seerand gehockt, flach über das Wasser fotografiert und schon waren die Berge im zweifacher Ausfertigung im Bild. Aber auch die kurze Wanderung vom Almtaler Haus zum Großen Ödsee war lohnend. Gegen 14 Uhr, der noch schneebedeckte Schermberg, einer der Großen im Toten Gebirge, stand im vollen Sonnenlicht. Blauer Himmel, zwischen See und Berg der leuchtende Laubwald. Zauberhaft! Und als schließlich der Wind auch noch Einsehen zeigte und sich kurz legte, entstand auch hier ein recht brauchbares Spiegelbild – der Schermberg im Großen Ödsee!

Naturfotografie kann ja so schön sein, man muss es nur wollen! Auch wenn die Wege zu den guten Fotopoints manchmal ein wenig schweißtreibend sind. Vor allem soll man sich vor seinem Aufbruch überlegen, was und wie man fotografieren will, dann braucht man den Kamerarucksack nicht mit zu vielen Optiken vollstopfen: Kamera, ein 24 – 70 mm-Zoom und eines mit 70 – 200 mm Brennweite, ein Aufsteckblitz für alle Fälle. Gewicht minimieren ist angesagt.

Wenn man das Ergebnis sieht, kommt Freude auf. Das behaupte sogar ich, als „fauler“ Naturfotograf. Und es gibt ja bei solchen Wanderungen meistens das eine oder andere Gasthaus am Wegesrand. Ich habe mich nach meiner kleinen Wanderung zum Großen Ödsee nach 2 x 30 Minuten Gehzeit im Almtaler Haus gestärkt: Spinatknödel mit Salat und ein gespritzter Apfelsaft im sonnigen Gastgarten. So schön ist Naturfotografie.

Die Bildausbeute vom Ausflug ins Almtal stellte mich zufrieden und liegt bereits auf den Archiv-Servern meiner Medienpartner. Bis zum nächsten mal, Rudi Brandstätter.

Landschaftsfotografie für Faule

Das Bild zeigt ein hölzernes Bergkreuz auf dem Grödnerjoch mit dem Sellastock im Hintergrund. Foto: rubra
Es wird Nacht auf dem Sellajoch in den Dolomiten mit einem schaurigen Farbenspiel über Plattkofel (links), Fünffingerspitze und Langkofel (rechts). Foto: rubra

Kamerarucksack, Stativ, gute Wanderschuhe und prächtige Kondition – das Bild des Natur- und Landschaftsfotograf! Stimmt – aber nur teilweise. Wer die Welt nur von oben abbilden will, ja, der muss ein menschliches Ausdauerwunder sein. Er erklimmt hohe Berggipfel im Morgengrauen. Oder stolpert nach Sonnenuntergang zu Tal.

Nein, Landschaftsfotografie geht auch anders! Der faule, oder bequeme und nicht so konditionsstrotzende Landschafts-Lichtbildner bleibt im Flachland. Oder er benützt Seilbahnen. Aber auch von Passstraßen aus können beachtliche „Schüsse“ gelingen.

Als Beispiel nenne ich da einige Dolomiten-Pässe in Südtirol: Sellajoch, Grödnerjoch, Passo Giau oder  Falzzarego Pass. Diese und unzählige andere Höhenstraßen bringen dich inmitten der fotogenen Bergriesen. Dabei finden sich zahlreiche Fotopoints direkt vom Straßenrad aus. Oder man geht von dort 10 oder 15 Minuten auf eine Anhebung.

Per Seilbahn in luftige Höhen! Besonders in den italienischen Dolomiten bietet man immer öfter  – so wie im Winter seit Jahrzehnten üblich – auch Sommer-Liftpässe für mehrere Tag an: Die Gardena Card für das Grödnertal oder auf   der Internetseite http://www.dolomitisupersummer.com Pauschalkarten für ein weitverzweigtes Seilbahnnetz außerhalb des Grödnertals an. Und die Preise können sich sehen lassen: Günstig!

Der Nachteil für „Seilbahn-Fotografen“: Die Bahnen starten kaum vor 8,30 Uhr und schließen lange vor dem Sonnenuntergang! Dafür bieten immer mehr Fremdenverkehrsorte der Region Sonnenaufgangswanderungen mit Seilbahn-Auffahrten vor dem Sonnenaufgang mit anschließender geführter Wanderung zu grandiosen Aussichtsplätzen an. Und nach dem beeindruckenden Fotostart in den Tag folgt meist auch gleich ein ordentliches Almfrühstück.

Ich persönlich ziehe bei Fototouren hinaus in die Natur eher den Alleingang vor. Wenn ich mit der Kamera unterwegs bin, kann ich egoistisch sein. Da will ich warten, bis „mein Bild“ passt. Und nicht von der Gruppe getrieben werden. So wie ich auch nicht bei jedem Licht und Wetter zur Kamera greife, nur weil ich vor Ort bin. Wenn die Stimmung nicht stimmt, muss man auch nein sagen können!