Das Mühlviertel – immer ein paar Bilder wert!

Sanftes Hügelland, nette Leute, manchmal ein wenig raues Klima, dann wieder sommerlich sonnig – aber immer eine Fototour wert. Das Mühlviertel! Diesmal „verirrte“ ich mich an die tschechisch-oberösterreichische Grenze an der Nord-Süd-Wasserscheide. Wullowitz, Leopoldschlag, Liebenau mit dem Naturschutzgebiet Tannermoor, Oberrauchenödt mit der Wallfahrtskirche Sankt Michael und schließlich die Bezirkshauptstadt Freistadt – mit historischem Stadtkern.

Ein sonniger Tag, flauschige Quellwolken am blauen Himmel. Alles sehr fotogen! Zwischen Wullowitz und Leopoldschlag ließen mich goldgelbe Getreidefelder und grüne Wiesen die Kamera auspacken – wogende Halme und hügelige Landschaft! Vielmehr erstaunte mich kurz danach eine Rinderkoppel am Wegesrand: Rabenschwarze, zottelige Rinder genossen ihr dasein auf der Weide – eine Herde WASSERBÜFFEL im Mühlviertel!

Wieso Wasserbüffel in den Mühlviertler Maltsch-Auen? Sie wurden vor einigen Jahren vom Projekt Natura 2000 als „Landschaftspfleger“ in den schwer zu bearbeitenden Feuchtwiesen eingesetzt – und sie bewähren sich bestens.

Ein weiteres Highlight bei meiner Mühlviertler Fototour: Der Rubener Teich im Naturschutzgebiet Tannermoor bei Liebenau, hart an der Grenze zu Niederösterreich. Ein dunkler Moorsee, in dem sich besonders vormittags die hellen Quellwolken spiegeln!

Auf meinem Weg zurück über Sandl in die Bezirkshauptstadt Freistadt kam ich in Oberrauchenödt an der kleinen Wallfahrtskirche St. Michael vorbei. Alleinstehend auf freiem Feld, daneben das kleine Pfarrhaus mit Steinblossmauern.

Freistadt mit seinem historischen Stadtkern ist immer wieder sehenswert und beliebt bei Fotografen. Egal ob der Stadtplatz mit der Stadtpfarrkirche, die engen Gassen oder die Stadtmauern mit den Stadttürmen. Mir hat es vor allem der Südturm angetan. Ich weiss nicht, warum. Mir gefällt die Stadt sowie das ganze Mühlviertel! Aber da bin ich ja nicht der einzige…

Wer mehr über das Mühlviertel erfahren will:  http://www.muehlviertel.at

Alle Fotos: Rudi Brandstätter   http://www.rubrafoto.co.at

 

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Blumen – Sommer auf der Seiser Alm

Pflichtbesuch für Südtirol-Besucher ist die Fahrt auf Europas höchstgelegenes Almgebiet, auf die Seiser Alm – oder Alpe di Siusi – oberhalb von Kastelruth, Seis am Schlern und St. Ulrich im Grödnertal. Oder fast ein Pflichttermin! Auf jeden Fall ein lohnendes Ziel – erreichbar von 17 Uhr bis 9 Uhr morgens mit dem Privatauto über die Bergstraße und ansonsten mit Linienbussen oder mit den Gondelbahnen von St. Ulrich bzw. Seis. Besonders jetzt in Frühling und Frühsommer, wenn auch die Kunstschneereste der zahlreichen Skipisten dahin geschmolzen sind, bietet das ganze Almgebiet einen prachtvollen Anblick.

Blumen, Blumen, Blumen! Wunderschöne naturbelassenen Blumenwiesen soweit das Auge reicht. Und jede Menge Wanderwege und Biketrails mit Blick auf den Langkofel im Osten, die Geisler Spitzen im Nordosten und das mächtige Schlern-Massiv mit den markanten Santner Spitzen im Westen. Herrlich, inmitten

der Dolomiten. Dazu Einkehrmöglichkeiten in gepflegten Berghütten.

Besonders Fotofreunde kommen dabei auf ihre Rechnung: Vormittags weitläufige, bunte Blumenwiesen mit dem Schlern im Sonnenlicht, nachmittags und abends sind  Langkofel und Plattkofel bereit für die Objektive. Für volle Speicherkarten ist da schnell gesorgt.

Ich war jedenfalls sehr zufrieden mit meinem „fotografischen Spaziergang“ zuletzt auf der Seiser Alm. Die Fotos für Posters und Publikationen liegen auf http://www.rubrafoto.co.at bereit. Und ich bin mir ganz sicher: Es war nicht meine letzte Fototour in die Dolomiten und auf die Seiser Alm.

Noch ein Tipp für euren Fotoausflug auf die Seiser Alm: Weitwinkelobjektiv nicht vergessen. Von 20 – 200 Millimeter Brennweite kann man alles bestens ausnützen. Viel Spass!!!

Wo Orkan Kyrill und Borkenkäfer ganze Arbeit leisteten

Tief drin im Böhmerwald…… Dem alten Volkslied folgend stieg ich zum Dreisesselberg in Bayern hinauf. Oben angelangt am Höhenweg entlang der deutsch-tschechischen Staatsgrenze ergriff mich eine fast beklemmende Stimmung: Vom einstigen dicht bewaldeten Böhmerwald ragen nur noch dürre, geschundene Baumreste in den Himmel. Der Orkan Kyrill hatte im Jänner 2007 „ganze Arbeit geleistet. Große Waldflächen wurden geknickt oder entwurzelt. Die Borkenkäfer jubelten und besorgten den Rest.

Auf bayrischer und in Folge auf der österreichischen Seite wurde „aufgeräumt“. In Tschechien ließ man alles wie es nach dem Orkan aussah: Der Naturpark Sumava ist Naturschutzgebiet und da läßt man die Natur walten.

Für den Fotograf einfach herrlich! Auf dem Höhenweg Richtung 3-Länder-Eck Deutschland – Tschechien – Österreich wandernd bieten sich geisterhafte Bilder. Geknickte, mittlerweile morsche Baumreste, dürre Äste, aber dort und da schon wieder grüner Baumnachwuchs. Da großflächig tote Bäume, wo es vor 11 Jahren noch dichtes Grün gab. Andererseits bieten sich Weitwinkelaufnahmen von entwurzelten Baumriesen. Ein „Paradies“ für Fotografen.

Ein Tipp für Wanderfreudige: Man kann den Höhenweg sowohl von West nach Ost gehen – Vom Dreisesselberg über Plöckenstein Zum Dreiländereck und weiter ins Skigebiet Hochficht oder schon früher hinab nach Schwarzenberg im oberösterreichischen Mühlviertel. In umgekehrter Richtung ist es nicht weniger schön und spannend. Wie beschreibt es doch der Tourismusmanager: Der Böhmerwald, sanft und wild. Oder: Wege der Entschleunigung. Als Naturfotograf eine Gegend, die einen immer wieder anzieht und fasziniert!

 

 

Es grünt so grün….

Es grünt so grün! Endlich Frühling, Zeit mit der Kamera hinaus in die Natur zu gehen. Vergiss die Bilder mit Regenwolken. Blauer Himmel, grüne Wiesen und frisch austreibende Bäume sind jetzt gefragt. Ich besuchte dieser Tage das oberösterreichische Almtal: Im Almsee spiegelten sich einige Berggipfel des Toten Gebirges – herrlich! Weitwinkel auf die Canon 5D Mark III – nicht extrem weitwinkelig, 24 mm Brennweite genügte – und schon ging es los.

Knapp an den Seerand gehockt, flach über das Wasser fotografiert und schon waren die Berge im zweifacher Ausfertigung im Bild. Aber auch die kurze Wanderung vom Almtaler Haus zum Großen Ödsee war lohnend. Gegen 14 Uhr, der noch schneebedeckte Schermberg, einer der Großen im Toten Gebirge, stand im vollen Sonnenlicht. Blauer Himmel, zwischen See und Berg der leuchtende Laubwald. Zauberhaft! Und als schließlich der Wind auch noch Einsehen zeigte und sich kurz legte, entstand auch hier ein recht brauchbares Spiegelbild – der Schermberg im Großen Ödsee!

Naturfotografie kann ja so schön sein, man muss es nur wollen! Auch wenn die Wege zu den guten Fotopoints manchmal ein wenig schweißtreibend sind. Vor allem soll man sich vor seinem Aufbruch überlegen, was und wie man fotografieren will, dann braucht man den Kamerarucksack nicht mit zu vielen Optiken vollstopfen: Kamera, ein 24 – 70 mm-Zoom und eines mit 70 – 200 mm Brennweite, ein Aufsteckblitz für alle Fälle. Gewicht minimieren ist angesagt.

Wenn man das Ergebnis sieht, kommt Freude auf. Das behaupte sogar ich, als „fauler“ Naturfotograf. Und es gibt ja bei solchen Wanderungen meistens das eine oder andere Gasthaus am Wegesrand. Ich habe mich nach meiner kleinen Wanderung zum Großen Ödsee nach 2 x 30 Minuten Gehzeit im Almtaler Haus gestärkt: Spinatknödel mit Salat und ein gespritzter Apfelsaft im sonnigen Gastgarten. So schön ist Naturfotografie.

Die Bildausbeute vom Ausflug ins Almtal stellte mich zufrieden und liegt bereits auf den Archiv-Servern meiner Medienpartner. Bis zum nächsten mal, Rudi Brandstätter.

Landschaftsfotografie für Faule

Das Bild zeigt ein hölzernes Bergkreuz auf dem Grödnerjoch mit dem Sellastock im Hintergrund. Foto: rubra
Es wird Nacht auf dem Sellajoch in den Dolomiten mit einem schaurigen Farbenspiel über Plattkofel (links), Fünffingerspitze und Langkofel (rechts). Foto: rubra

Kamerarucksack, Stativ, gute Wanderschuhe und prächtige Kondition – das Bild des Natur- und Landschaftsfotograf! Stimmt – aber nur teilweise. Wer die Welt nur von oben abbilden will, ja, der muss ein menschliches Ausdauerwunder sein. Er erklimmt hohe Berggipfel im Morgengrauen. Oder stolpert nach Sonnenuntergang zu Tal.

Nein, Landschaftsfotografie geht auch anders! Der faule, oder bequeme und nicht so konditionsstrotzende Landschafts-Lichtbildner bleibt im Flachland. Oder er benützt Seilbahnen. Aber auch von Passstraßen aus können beachtliche „Schüsse“ gelingen.

Als Beispiel nenne ich da einige Dolomiten-Pässe in Südtirol: Sellajoch, Grödnerjoch, Passo Giau oder  Falzzarego Pass. Diese und unzählige andere Höhenstraßen bringen dich inmitten der fotogenen Bergriesen. Dabei finden sich zahlreiche Fotopoints direkt vom Straßenrad aus. Oder man geht von dort 10 oder 15 Minuten auf eine Anhebung.

Per Seilbahn in luftige Höhen! Besonders in den italienischen Dolomiten bietet man immer öfter  – so wie im Winter seit Jahrzehnten üblich – auch Sommer-Liftpässe für mehrere Tag an: Die Gardena Card für das Grödnertal oder auf   der Internetseite http://www.dolomitisupersummer.com Pauschalkarten für ein weitverzweigtes Seilbahnnetz außerhalb des Grödnertals an. Und die Preise können sich sehen lassen: Günstig!

Der Nachteil für „Seilbahn-Fotografen“: Die Bahnen starten kaum vor 8,30 Uhr und schließen lange vor dem Sonnenuntergang! Dafür bieten immer mehr Fremdenverkehrsorte der Region Sonnenaufgangswanderungen mit Seilbahn-Auffahrten vor dem Sonnenaufgang mit anschließender geführter Wanderung zu grandiosen Aussichtsplätzen an. Und nach dem beeindruckenden Fotostart in den Tag folgt meist auch gleich ein ordentliches Almfrühstück.

Ich persönlich ziehe bei Fototouren hinaus in die Natur eher den Alleingang vor. Wenn ich mit der Kamera unterwegs bin, kann ich egoistisch sein. Da will ich warten, bis „mein Bild“ passt. Und nicht von der Gruppe getrieben werden. So wie ich auch nicht bei jedem Licht und Wetter zur Kamera greife, nur weil ich vor Ort bin. Wenn die Stimmung nicht stimmt, muss man auch nein sagen können!