Sehenswert – das Stodertal

Oberösterreichs Touristiker und Politiker preisen ihr Land stets als einen der schönsten Teile Österreichs. Verständlich! Wenn man sich ein wenig umsieht im Land  „Ob der Enns“, muß man ihnen tatsächlich recht geben. Ein gutes Beispiel ist das Stodertal und seine nähere Umgebung im Pyhrn-Priel-Gebiet. Im Winter ein feines Skigebiet mit Weltcup-Rennstrecke, benannt nach dem seit Geburt wenige Kilometer von hier lebenden Hannes Trinkl, dem Abfahrtsweltmeister von 2001. Und im Sommer, beschauliche Gegend, viel Natur und Landschaft und nicht „gequält“ vom Massentourismus.

Ich habe mich schon mehrmals in der Umgebung von Hinterstoder umgesehen: Sehenswert! Da ist der Schiederweiher, ein vor vielen Jahrzehnten künstlich angelegter kleiner See mit Spitzmauer und Großer Priel als Blickfang und Kulisse im Hintergrund. Grandios und in einer kurzen Wanderung leicht erreichbar.

Als „fauler Landschaftsfotograf“ lasse ich mich mit Seilbahn und Sessellift vom Ortszentrum Hinterstoder auf die Höss (1850 Meter Seehöhe) bringen. Im Winter der Treffpunkt der Skifahrer, im Sommer ein beliebtes Wandergebiet mit herrlichem Bergpanorama des Toten Gebirges. Und einigen Speicherseen für die Kunstschnee-Erzeugung im Winter. Als Fotograf begeistert mich der Wasserspeicher knapp neben dem Höss-Berggasthaus, der am frühen Vormittag bei Windstille und blauem Himmel die auf der westlichen Talseite liegenden Gipfel der 2000er im Spiegel zeigt.

Nur wenige Kilometer von Hinterstoder entfernt liegt das Sensenwerk Rossleithen. Der Pießlingbach gibt hier nach dem Pießlingursprung mit der alten Sensenschmiede eine tolle Fotokulisse. Rauschender Bach mit Wasserwehren und alten Gemäuern der Schmiede. Und viel Natur rundherum….

Auch die bei Hinterstoder noch recht „junge“ Steyr hat  einiges zu bieten: Stromschnellen, Wasserfälle. Wer mit oder ohne Kamera noch nie in dieser schönen Gegend war, hat vieles versäumt….

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Landschaftsfotografie für Faule

Das Bild zeigt ein hölzernes Bergkreuz auf dem Grödnerjoch mit dem Sellastock im Hintergrund. Foto: rubra
Es wird Nacht auf dem Sellajoch in den Dolomiten mit einem schaurigen Farbenspiel über Plattkofel (links), Fünffingerspitze und Langkofel (rechts). Foto: rubra

Kamerarucksack, Stativ, gute Wanderschuhe und prächtige Kondition – das Bild des Natur- und Landschaftsfotograf! Stimmt – aber nur teilweise. Wer die Welt nur von oben abbilden will, ja, der muss ein menschliches Ausdauerwunder sein. Er erklimmt hohe Berggipfel im Morgengrauen. Oder stolpert nach Sonnenuntergang zu Tal.

Nein, Landschaftsfotografie geht auch anders! Der faule, oder bequeme und nicht so konditionsstrotzende Landschafts-Lichtbildner bleibt im Flachland. Oder er benützt Seilbahnen. Aber auch von Passstraßen aus können beachtliche „Schüsse“ gelingen.

Als Beispiel nenne ich da einige Dolomiten-Pässe in Südtirol: Sellajoch, Grödnerjoch, Passo Giau oder  Falzzarego Pass. Diese und unzählige andere Höhenstraßen bringen dich inmitten der fotogenen Bergriesen. Dabei finden sich zahlreiche Fotopoints direkt vom Straßenrad aus. Oder man geht von dort 10 oder 15 Minuten auf eine Anhebung.

Per Seilbahn in luftige Höhen! Besonders in den italienischen Dolomiten bietet man immer öfter  – so wie im Winter seit Jahrzehnten üblich – auch Sommer-Liftpässe für mehrere Tag an: Die Gardena Card für das Grödnertal oder auf   der Internetseite http://www.dolomitisupersummer.com Pauschalkarten für ein weitverzweigtes Seilbahnnetz außerhalb des Grödnertals an. Und die Preise können sich sehen lassen: Günstig!

Der Nachteil für „Seilbahn-Fotografen“: Die Bahnen starten kaum vor 8,30 Uhr und schließen lange vor dem Sonnenuntergang! Dafür bieten immer mehr Fremdenverkehrsorte der Region Sonnenaufgangswanderungen mit Seilbahn-Auffahrten vor dem Sonnenaufgang mit anschließender geführter Wanderung zu grandiosen Aussichtsplätzen an. Und nach dem beeindruckenden Fotostart in den Tag folgt meist auch gleich ein ordentliches Almfrühstück.

Ich persönlich ziehe bei Fototouren hinaus in die Natur eher den Alleingang vor. Wenn ich mit der Kamera unterwegs bin, kann ich egoistisch sein. Da will ich warten, bis „mein Bild“ passt. Und nicht von der Gruppe getrieben werden. So wie ich auch nicht bei jedem Licht und Wetter zur Kamera greife, nur weil ich vor Ort bin. Wenn die Stimmung nicht stimmt, muss man auch nein sagen können!